Tattoo von Kristin Schubert (Foto: Holy Diver Custom Tattoo)

Tattoo von Kristin Schubert (Foto: Holy Diver Custom Tattoo)

Der eine oder andere unter euch wird sie schon kennen – für den Rest wird es Zeit, das nachzuholen. In unserer neuen Serie „Tätowierer der Woche“ präsentieren wir euch heute Kristin Schubert vom Holy Diver Custom Tattoo in Essen. 

Reportink.com: Hallo Kristin. Schön, dass wir Dich zum Auftakt unserer neuen Serie unseren Lesern präsentieren können. Stell Dich doch einfach kurz selbst vor.
Kristin Schubert: Hey Norman, ja… ich weiß an dieser Stelle nicht, was ich sagen soll. Vielleicht das ich 28 Jahre alt bin und seit 7 Jahre tätowiere?! Sowas?

Dein Studio Holy Diver Custom Tattoo findet man in Essen, richtig?
Kristin Schubert: Ja, genau. Wir sind in Essen Holsterhausen. Hier ist es eher ruhig. Ich glaube hier rennen mehr Rentner rum, als alles andere. Aber ich habe mich ja ganz bewusst für eine entspannte Lage entschieden, weil ich gern ungestört arbeite, um mich gut und ohne Unterbrechungen konzentrieren zu können. Walk ins sind bei uns also eher schwer. Dafür vergeben wir aber für Beratungen gesonderte Termine, damit wir dann genügend Zeit haben alle Ideen mit dem Kunden durchzusprechen und in Ruhe alle Fragen zu beantworten.

Wie lange gibt es Deinen Laden schon?
Kristin Schubert: Seit Februar 2011. Ich habe mit meinem 25. Geburtstag eröffnet. Vorher war ich aber zwei Jahre in Recklinghausen. Wir sind also schon einmal umgezogen. Aber jetzt ist alles gut und ich bin angekommen.

„Ich war der Kaffeekocher vom Grafikdesigner“

Kristin Schubert (Foto: Rolf Buchholz)

Kristin Schubert (Foto: Rolf Buchholz)

Was hast Du vorher gemacht?
Kristin Schubert: Ach ja, der Klassiker. Was mit Grafik und so. Ich hab eine grandiose Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin im Schwerpunkt Grafikdesign gemacht, also Kaffekocher vom Grafikdesigner. Dann habe ich ein bissl rumstudiert und zwar Kommunikationsdesign für Printmedien, weil ich wollte, dass mir einer den Kaffe kocht. Aber irgendwie war das alles lahm. Wie das so ist, wenn man ein kreatives Köpfchen hat. Dann macht man eben irgendwas Kraetives. Aber das hat mich wirklich null gefordert, geschweige denn interessiert.

Und wie bist Du zum Tätowieren gekommen?
Kristin Schubert: Querfeldein. Im Zuge meines Studiums bin ich nach Krefeld gezogen, habe dann eine Querstraße weiter von Seven Eleven gewohnt, wo ich dann auch gelernt habe. Ein Kumpel kannte die Jungs und wir sind mal rüber und haben „Hallo“ gesagt. Ich war sehr skeptisch. Ich hatte kein Tattoo und hatte damit auch nix zu schaffen. Warum auch? Naja, ich fand dann all die Flashs an den Wänden sehr beeindruckend und war der Meinung, ich könne meinen zeichnerischen Horizont erweitern, wenn ich im Tattoostudio rumhänge. Das hat Fred (Frederic Altmann, Inhaber von 7/11) mir dann auch erlaubt. Dann kam eben eins zum anderen. Ich hab ein halbes Jahr gebettelt und mich nützlich gemacht, wo ich nur konnte. Ich hätte meine Seele verkauft für die Lehrstelle. Das war keine leichte Schule, aber eine sehr gute! Rückblickend hat Fred mir alle wichtigen Basics vermittelt und mich auch irgendwie fürs Leben geschult.

Beschreibe doch mal Deinen Stil. Warum kommen die Leute zu Dir? Hast Du ein Lieblingsmotiv?
Kristin Schubert: Ich tätowiere NeoTraditional, würde ich jetzt mal behaupten. Ich bestehe auf schwarze Outlines, schattiere dafür aber gerne etwas realistischer und farbenreicher. Viel schwarz, auch mal Haut stehen lassen, dann passt das. Ich liebe Tiere, jeglicher Art., besonders Piepmätze! Meine Kunden teilen diese Liebe mit mir, denke ich. Deswegen gibt es auch selten Diskussionsbedarf. Ich helfe meinen Kunden ihre Idee in ein schönes Tattoo zu sortieren und dann läuft das von allein.

„Im japanischen Stil bin ich talentfrei“

Gibt es Dinge/Stile, die Du gar nicht tätowieren magst?
Kristin Schubert: Ich denke, ich bin da recht offen. Abwechslung ist das halbe Leben. Es gibt gewisse Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit das Tattoo auch noch 50 Jahre hält und erkennbar ist. Dann gibt es wieder Sachen, die ich einfach nicht kann, wie z.B. Portraits von Mutti und Co. Dann bin ich im japanischen Stil vollkommen talentfrei und schlichtweg auch planlos. Ich kann das nicht und ich habe davon keine Ahnung. Da sollte man sich wirklich an andere Tätowierer wenden, die in ihrem Bereich wissen, was sie tun. Aber man bekommt dann von mir entsprechende Tipps.

Kannst Du Dich noch an Dein erstes selbst gestochenes Tattoo erinnern? Wenn ja, was war es und auf wem?
Kristin Schubert: Mmh, ich glaube ich habe ein Tribal erweitert. Mit einer 3er Liner. Mehr will ich dazu nicht sagen. Nein, Quatsch, ich glaub, es war nach 3 Tagen wieder weg. Das war so ein armer Tropf aus meinem damaligen Freundeskreis, der irre genug war, sich was von mir machen zu lassen. Völlig bekloppt.

Welches war Dein eigenes erstes Tattoo? Wie alt warst Du damals?
Kristin Schubert: Hihi, des war eine einäugige Scheißhausfliege. Ja, das ist mein Ernst. Ich war 21. Ich find´s heut noch geil.

Welche Art von Maschine benutzt Du – und warum?
Kristin Schubert: Spule. Der Aspekt Handwerk ist mir wichtig. Ich mag den Sound, der mir viel verrät beim Tätowieren und diese ganzen Cyber-Elektrodinger, die aussehen wie Auflegevibratoren, sind mir zu schlapp. Ausprobiert und für doof befunden. Eine Spulenmaschine macht was ich will und ich habe viele Möglichkeiten sie einzustellen und für ihren Job auszurüsten. Vor allem kann ich sie alleine heile machen, wenn mal was kaputt ist!

„Es sind meine Kunden, die mich inspirieren“

Blick ins Studio von Holy Diver Custom Tattoo (Foto: Holy Diver Custom Tattoo)

Blick ins Studio von Holy Diver Custom Tattoo (Foto: Holy Diver Custom Tattoo)

Welche Tätowierer/Künstler inspirieren Dich?
Kristin Schubert: Der größte Künstler ist die Natur. Ich brauch nur vor die Tür und ein bisschen spazieren zu gehen, dann weiß ich, was ich als nächstes mache. Oder ich blättere durch die Enzyklopädie der Tierwelt. Es gibt jedes mal ein anderes wundervolles Wesen, was ich umsetzten möchte. Ich will viel von anderen Tätowieren lernen und bin für jeden Tipp und jede Erfahrung, die man mit mir teilt, unendlich dankbar. Aber ich versuche mir beim Zeichnen keine anderen Tattoos anzusehen. Ich schaue mir oft Tattoos an und versuche für mich herauszufinden, warum ich eines gut finde oder auch nicht. Aber beim Malen ist das Tabu. Außerdem sind es meine Kunden, die mich inspirieren. Schließlich tragen die ihre Ideen zu mir und füttern mein Hirn mit Rohstoffen, die ich bearbeiten kann.

Wo kann man Dich antreffen, wenn Du mal nicht im Studio bist?
Kristin Schubert: Ich bin 1x im Jahr beim Ratz am Bodensee, auf der ein oder anderen Convention, insbesondere dem Spiekerooger Tattootreff, hin und wieder in Berlin. ^^ Und wenn ihr mich da nicht findet, sitze ich an einem See oder laufe durch den Wald.

Vielen lieben Dank, Kristin.

Das war noch lange nicht alles, was ihr in dieser Woche von Kristin zu sehen bekommt. Am Mittwoch zeigt sie euch ihre Lieblingsstücke und erzählt, warum ihr diese Tattoos so am Herzen liegen – Teil 1!

Holy Diver Custom Tattoo
Inhaberin: Kristin Schubert
Postfach 34 02 16
45074 Essen
Tel.: 0201 50 733 979
Mail: info@holydiver-tattoo.de
Website: www.holydiver-tattoo.de
Facebook: Holy Diver Custom Tattoo

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