Matt, Frontmann von Funeral For A Friend, beim Konzert in Cardiff (Foto by AngryNorman)

Matt, Frontmann von Funeral For A Friend, beim Konzert in Cardiff (Foto by AngryNorman)

Es ist Sonntag – höchste Zeit für den dritten und letzten Teil der Interview-Woche bei Reportink. Während der kleinen UK-Tour hat unser Norman nicht nur mit Nathan und Robert von Boysetsfire geplaudert. Auch Matt, Frontmann von Funeral For A Friend, nahm sich ein paar Minuten Zeit, um ihm Rede und Antwort zu stehen.

Man, was für eine Woche. Nach Konzerten in Bristol und London und einem wirklich spannenden Interview mit Nathan und Robert von Boysetsfire (welches ihr HIER noch einmal nachlesen könnt), sollte ich in Cardiff auch noch auf Matt, den nimmermüden Sänger von Funeral For A Friend treffen. Der äußerst sympathische Waliser war durchaus redselig – und quatschte im Backstage-Bereich des Solus 2 nicht nur über das anstehende neue Album.

Norman: Wir waren schon in Bristol und London dabei, haben nur das Konzert in Leeds ausgelassen…
Matt: Oh, echt? Das ist cool. Naja, Leeds muss man auch nicht wirklich gesehen haben.

Es ist halt auch echt ne lange Distanz, von London nach Leeds und dann hierher nach Cardiff.
Auf jeden Fall. Ich habe ja das Booking nicht in der Hand, das machen unsere Agents für uns. Eigentlich sollte das anders laufen, aber dann war die Show in Leeds so schnell ausverkauft. Geplant war das Konzert dort für 500 Leute, musste aber auf 1000 aufgestockt werden.

Was uns bei den ersten beiden Konzerten aufgefallen ist: Die meisten Leute kommen vor allem wegen euch zu den Shows.
Ist das so? Ich meine, das ist gut zu wissen (lacht). Ich habe mir natürlich auch Boysetsfire und More Than Life immer angeschaut. Vor allem letztere haben es sicher schwer, denn sie spielen wahrscheinlich vor einem Publikum, welches sie noch nie gesehen oder gehört hat. Aber genau darum geht es ja auch irgendwie, den Leuten neue Bands näher zu bringen. Und Boysetsfire… das letzte Mal, dass wir mit denen eine vernünftige Tour gespielt haben war 2002.

Das ist echt lange her. Und eigentlich auch zu lange.
Ja, ganz genau. Umso mehr Spaß macht es jetzt, wieder mit ihnen da raus zu gehen und zusammen zu arbeiten. Das ist schon echt cool.

„‚Hours‘ ist meine ganz persönliche Lieblingsplatte“

Wer von euch kam auf die Idee, auf der Tour das gesamte „Hours“-Album zu spielen?
Ich glaube, dass wir alle diese Idee hatten. Wir saßen im vergangenen Herbst nach der damaligen Tour zusammen im Van. Wir wussten damals, dass wir mit Boysetsfire zusammen auf Tour gehen werden und haben uns überlegt, was wir noch anders machen könnten. Etwas, dass das Ganze für uns ein Stück weit herausfordernder macht. „Hours“ ist meine ganz persönliche Lieblingsplatte. Auf dem Album gibt es ein paar Songs, die wir vorher nie vor Publikum gespielt haben.

Wie zum Beispiel „Sonny“. Wieso habt ihr den Song vorher nie versucht, live zu performen? Denn wenn man im Publikum steht während des Songs, dann fühlt es sich einfach so richtig an, als wäre er genau dafür geschrieben worden.
Ich weiß, verrückt, oder? Innerhalb der Band gab es über die Jahre so viele Veränderungen was das Lineup angeht. Und ich denke, dass einige der alten Mitglieder einen Song wie „Sonny“ gar nicht erst versuchen wollten, live zu spielen, weil sie von vornherein dachten, das würde nicht funktionieren. Doch dieses Mal haben wir im Vorfeld der Tour alle Songs geprobt – und alle Songs fühlten sich plötzlich gut an. Bei „Sonny“ hatten wir schon unsere Bedenken. Wie bekommen wir es hin, einen relativ elektronischen Song nicht genau so klingen zu lassen? Aber wir haben zusammen einen Weg gefunden.

„BSF haben mein Selbstvertrauen gestärkt“

Ihr habt gerade eine Split-Single mit Boysetsfire rausgebracht, auf der ihr „Rookie“ einspielt, und BSF „10:45 Amsterdam Conversations“. Warum bringt ihr die Nummern nicht bei den Konzerten? Zusammen mit BSF?
Das ist eine echt gute Frage. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, ich müsste das mal mit Nathan (Sänger von BSF, d.Red.) besprechen. In Leeds hatten wir zum Beispiel so viel Spaß zusammen, dass ich „After the Eulogy“ mit den Jungs gesungen habe. Das war ne echt klasse Nummer, schließlich war diese Band schon immer wahnsinnig wichtig für uns.

Etwas in der Art hattest Du auch schon bei den Konzerten in Bristol und London angedeutet…
Wann immer wir mit BSF spielen, will ich, dass das Publikum – und vor allem auch die Leute, die mit der Band noch nicht so vertraut sind – wissen, wie wichtig BSF für uns sind. Wenn es sie nicht gegeben hätte, wäre ich womöglich nie so tief in die politische Ecke des Hardcore eingetaucht, wie ich es heute bin. Mein Selbstvertrauen als Frontmann wurde durch sie gestärkt. Vor Jahren hatte ich mal ein Faszine – und BSF waren eine der ersten Bands, die ich damals interviewt habe. Und das sind halt genau die Dinge, die man dann weitergeben möchte, von denen man will, dass es die Leute da draußen verstehen. A) Wo kommt unsere Band eigentlich her? und B) Welche Einflüsse hatte BSF auf unsere Entwicklung?

Nathan und Robert hatten bereits über die Freundschaft mit Dir gesprochen.
Ja, das ist einfach so eine Art „family vibe“. Wann auch immer so in der Nähe sind und einen Gig haben, fahre ich hin. Es fühlt sich immer an, als wären sie meine älteren Brüder.

Neues, neues Album steht schon in den Startlöchern

Eine weitere Sache, die Du während der Konzerte nicht müde wirst zu betonen, ist das neue Album.
Das neue, neue Album…

Wie weit seid ihr damit? Ist es schon fertig?
Ja, ist es in der Tat. Schon während der „Conduit“-Tour haben wir angefangen, Ideen aufzuschreiben. Wir hatten uns überlegt, wie wir an unserem Sound arbeiten könnten. Und so haben wir beschlossen, das nächste Album mit jemand anderem aufzunehmen. Ende Januar haben wir uns dann schließlich für zwei Wochen im Studio „eingeschlossen“ und zwölf Songs aufgenommen. Es ist länger als „Conduit“, aber kürzer als „Casually Dressed And Deep In Conversation“. Es klingt vor allem viel natürlicher. Es gibt keine unzähligen Gitarrenspuren mehr, nichts, was man live nicht auch genau so spielen könnte. Alle Songs wurden ganz klassisch eingespielt, die ganze Band war immer in einem Raum und spielte zusammen.

Also sollte sich das Album eigentlich genau so anhören, wie man es von einem Live-Konzert erwarten würde?
Ja, genau. Es hat dieses Raue, welches einigen unserer neueren Alben einfach fehlt. Ich finde, was das angeht, ähnelt das neue Album ziemlich dem „Hours“-Longplayer. Es gibt wieder diese Songs, welche all die Elemente beinhalten, die unsere Band – für uns – so einzigartig macht. Sehr langsame Songs, dann wieder Songs mit mächtig Dampf.

Gewinnspiel: Signierte Split-Single

Wie langweilig wäre es für euch, hätte Norman nicht noch ein cooles Mitbringsel am Start: die bereits angesprochene Split-Single von Boysetsfire und Funeral For A Friend! Wir haben eines der streng limitierten Dinger ergattert – und dieses von Nathan, Robert (beide BSF) und Matt (FFAF) signieren lassen. Das gute Stück gibt es jetzt bei uns zu gewinnen. Alles, was ihr tun müsst, um am Gewinnspiel teilzunehmen: Schickt eine Email mit dem Betreff „Gewinnspiel: Ich will die Single!“ an gewinnspiel@reportink.com – und drückt euch selbst die Daumen! Einsendeschluss ist übrigens Samstag, 17.05.2014.

Take care und keep on rockin‘,
Euer Norman

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