Eigentlich wollte ich die Band persönlich treffen, schön kuschelig Backstage beim „Women of the World-Musik Festival“ in Frankfurt. Dort sollten sie gemeinsam mit den Guano Apes auftreten. War auch schon alles eingetütet, bis mich (einen Tag zuvor) die Meldung ereilte, dass die Apes wegen eines Krankheitsfalles nicht spielen können und somit der gesamte Gig ins Wasser fällt.

Was mich natürlich trotzdem nicht von meinem Interview abhalten konnte. Dann halt per Telefon. Und dank der netten Zusammenarbeit mit Warner Music hatte ich Frontfrau Jennifer Weist in Null Komma Nix an der Strippe.

VICKY: Hallo Jennifer, wie geht’s denn so?

JENNIFER: Hallo Vicky, gut geht’s mir und dir?

 

VICKY: Joa mir geht’s super, Sonne scheint alles gut!

JENNIFER: Siehste ja, sag ich auch immer.

 

VICKY: Prima, dann komm ich gleich mal zu meiner ersten Frage. Ihr seid zurück auf Tour und habt mittlerweile schon über 400 Konzerte aufm Buckel…

JENNIFER: (unterbricht): Echt, so viele? Haste nach gezählt?

 

VICKY: Naja, ich hab halt recherchiert! Jedenfalls seid ihr ja nun schon alte Hasen was das angeht, habt ihr eigentlich noch Lampenfieber?

JENNIFER: Nee so was ham wer schon lange nich mehr, Gott sei Dank, so können wir uns nämlich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren, die so Spaß machen beim Konzert und brauchen uns nicht von der ganzen Aufgeregtheit unterkriegen lassen. Wir sitzen dann meistens schön zusammen vorm Konzert und trinken was und freuen uns drauf.

 

VICKY: Du wirst ja nun oft gefragt wie es so ist, als einzige Frau unter vier Kerlen. Was denkste denn, wie finden es die Jungs denn so mit dir, auf Tour und im „normalen“ Bandalltag?

JENNIFER: Naja es ist grad keiner da, den ich fragen könnte, aber ich glaube, dass die Jungs jetzt nichts anderes machen würden, wenn ich nicht dabei wär. Also ich denk, mit mir kann man eigentlich alles machen und ich kann auch alles machen, wir ham uns auch alle schon mal nackt gesehen, das ist also alles ok.

 

VICKY: Ihr seid ja eine Band, der die Nähe zu den Fans sehr wichtig ist und spielt ganz gerne in kleineren Clubs, habt aber auch schon vor nem riesen Publikum gespielt. Habt ihr da bestimmte Vorlieben?

JENNIFER: Och nee, also ich finde das ist egal ob viel oder wenig, es kommt halt drauf an, was vom Publikum so zurückkommt. Ob da jetzt 100 Leute stehen oder wie am Brandenburger Tor ne Million, das ist vollkommen egal.

 

VICKY: Und bei euern Shows wird das Publikum ja immer feste mit eingespannt, sei es die Alkoholverköstigung der ersten Reihe, oder dass ein Fan ein komplettes Lied mit euch performen darf, bis hin zu Hosen runterlassen für Großmäuler. Dürfen wir uns auf der 2012er Tour auch wieder drauf freuen?

JENNIFER: Ja klar, im Allgemeinen sollen die Leute ja auch ein bisschen entertained werden. Und wenn sie nach Hause gehen, sollen sie nicht nur die Musik gehört haben, sondern eben auch was Besonderes erlebt haben. Dafür sind wir bekannt und das machen wir auch weiter so. Aber was jetzt genau passiert, davon sollte man sich selbst überzeugen und zum Konzert kommen.

VICKY: Nun mal zu eurem aktuellen Album „Mit Haut und Haar“, welches ihr dieses Mal in New Jersey aufgenommen habt. Oft sagen ja Bands beim dritten oder was weiß ich wievieltem Album Sachen wie: „Wir sind reifer geworden und das spiegelt sich darin wieder.“ Was meinst du, gibt es Unterschiede zu „Der Film und „Ins offene Messer“?

JENNIFER: Wir haben das Album in erster Linie so aufgenommen, dass wir alle nachher zu hundert Prozent damit zufrieden waren. Und wenn wir das sind, dann hoffen wir natürlich, dass unsere Fans das auch sind. Das ist eigentlich unser Credo, also wir haben da solang dran gefeilt bis wir alle gesagt haben, das ist es und so soll es bleiben. Das sind einfach wir zu hundert Prozent. Und deshalb heißt es auch „Jennifer Rostock – Mit Haut und Haar“.

 

VICKY: Also die Message ist bei mir auf jeden Fall rübergekommen als ich es hörte. In der Single „Mein Kapitän“ rechnet ihr ja schon son bisschen mit dem Musik-Business ab. Was sollte eurer Meinung nach anders laufen?

JENNIFER: Ich glaube, wenn man neu ist und noch nicht ganz weiß, wie das alles funktioniert und mit den falschen Leuten zum falschen Zeitpunkt über das falsche redet, dass man da schon als junge Band in ziemlich viele Fettnäpfchen treten kann, ist uns auch passiert in der Vergangenheit. Aber ich denk, da muss jede Band einfach ihre Erfahrungen machen und darauf achten, gute Leute hinter sich zu haben. Sei es die Plattenfirma sowie Management oder Booking, auf die man einfach vertrauen kann.

 

VICKY: Ihr habt euch aber nie aus der Bahn werfen lassen von irgendwas?

JENNIFER: Nö, haben wir nicht. Alle haben uns schon so kennengelernt wie wir sind und wussten, was auf sie zukommt und wir haben uns nicht verändert. Es war von vorne herein klar, was wir wollten, wie wir aussehen…

 

VICKY: Es war ja auch ein ziemlich langer und arbeitsreicher Weg bis hierhin, ihr schreibt eure eigenen Texte, komponiert die Songs selbst, was haltet ihr denn so von Castingshows?

JENNIFER: In erster Linie glaub ich, dass alle Leute, die dahin gehen sich falsche Hoffnungen machen, was ich nicht verstehe, weil man ja weiß, wie lange so was hält. Dann hat man‘s mal für ein Album oder zwei geschafft. Die meisten die dorthin gehen sind ja auch noch ziemlich jung, es werden Verträge unterschrieben und man weiß nie, ob das so ganz koscher ist. Ich persönlich wäre nie zu einem Casting gegangen. Im Prinzip machen die ja mehr Geld damit, Idioten zu zeigen in der Anfangszeit der Castings und nachher guckt es ja eh keiner mehr. Und es gewinnen immer die kleinen Jungs, weil die kleinen Mädchen anrufen.

 

VICKY: Woher nehmt ihr denn immer wieder die Inspiration für eure Texte?

JENNIFER: Klingt vielleicht etwas kitschig, aber aus dem Leben, einfach das was uns so passiert. Was Freunden von uns so passiert.

VICKY: Ist ja auch völlig legitim und vor allem authentisch. Noch kurz was anderes Wichtiges: Auch ihr setzt euch für die Rechte von Tieren ein. Baku und Christoph leben mittlerweile vegan und du hast dich leicht bis fast nicht bekleidet für die peta 2 Kampagne „Ink not Mink“ fotografieren lassen. Erzähl doch mal…

JENNIFER: Das liegt für uns nahe, sich für den guten Zweck zu engagieren. Wir haben früher auch viel gegen Rechts gemacht, also in Rostock gespielt gegen Rechts und in Berlin. Peta ist einfach ne gute Sache, weil wir alle dahinter stehen, ob es jetzt das Vegansein betrifft oder die Pelz-Sache. Ja, die haben mich angesprochen und dafür mach ich es auf jeden Fall gerne. Wenn man sich ausziehen kann für nen guten Zweck, dann bin ich auf jeden Fall dabei.

 

VICKY: Ist ja auch ne super Sache. Mir ist noch zu Ohren gekommen, dass es eine Live-DVD von euch geben wird. Kannst du dazu schon son bisschen was verraten?

JENNIFER: Es wird auf jeden Fall in Berlin aufgenommen, wir haben auch schon ne Location, es werden einige Gäste dabei sein die da mitmachen. Das ist aber noch geheim, direkt nach der Tour geht’s dann los mit den Proben. Geht dann auch mehrere Tage und man kann auch Karten dafür gewinnen und solche Sachen.

 

VICKY: Letzte Frage, Jennifer Rostock in einem Satz?

JENNIFER: Joa, das ist immer schwierig zu sagen. Im Endeffekt machen wir das, worauf wir Bock haben – und wenn alle voll und ganz damit zufrieden sind, isses cool.

 

VICKY: Dann danke dir erstmal.

JENNIFER: Danke dir auch und noch nen schönen Tag.

 

Cheerio,
eure Vicky!

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